Weingut St. Antony

Kaum ein Weingut in Deutschland verfügt über eine derart außergewöhnliche Entstehungsgeschichte wie das Weingut St. Antony. Während des Ersten Weltkrieges wurden die heutigen Rebflächen im Süden Niersteins als Kalksteingruben für den Abbau von Kalk genutzt. Erst in den 1920er Jahren erkannte man das wahre Potential der Besitzung und begann mit dem Pflanzen von Reben.

Heute gilt St. Antony als Spitzenweingut an der Weinstraße Rheinhessens und ist seit 1990 VdP-Mitglied. Geschäftsführer Felix Peters übernahm die Leitung des Weinguts 2006 und leitete eine Rückbesinnung auf traditionelle und sorgfältige Herstellungsmethoden im Weinberg ein. Durch die konsequente Umsetzung der ökologischen Bewirtschaftung konnte insbesondere beim Riesling eine Qualitätssteigerung erreicht werden. Ziel Peters ist es durch leidenschaftliche und akribische Arbeit an die Spitze der Weinhersteller in Hessen zu gelangen. Um dies zu erreichen, wird größtes Augenmerk auf die berühmten Grand Cru Lagen des „Roten Hangs“ gelegt.

Weinberg Niersteiner Pettenthal - St. Antony

(Quelle: www.st-antony.de)

Diese großartige, rote Gesteinsformation ist direkt am Rhein gelegen und verfügt über karge steile Schieferhänge, die dem dort wachsenden Riesling eine einzigartige Mineralität und spannende Fruchtnoten geben. Die einzigartigen Böden verleihen dem dortigen Wein Finesse, Ausgewogenheit und Aromenvielfalt. Die bekanntesten Lagen sind Niersteiner Pettenthal und Orbel sowie der Nackenheimer Rothenberg, die jeweils Große Gewächse hervorbringen. Auf den 30 Hektar Rebflächen werden neben Riesling auch Chardonnay, Blaufränkisch, Spät- und Weißburgunder angebaut. Alle Rebsorten werden von Hand gelesen und bereits im Weinberg vorselektiert, bevor sie in der Kellerei schonend und spontan vergoren werden. Als spannendste Neuinterpretation des Roten Hangs wird der seit 2008 von Peters angebaute Blaufränkische von allen einschlägigen Weinführern gefeiert. Neben dem Pinot Noir gilt er als eine der qualitativ hochwertigsten Rotweinrebsorten Deutschlands.

Der Gault Millau zeigt sich auch 2015 begeistert von der Arbeit Felix Peters: „Aktuell setzt Peters etwa beim Pettenthal auf burgundische 228-Liter-Holzfässer und sieht durchaus Parallelen zwischen diesem Riesling und einem hochklassigen Meursault aus Chardonnay-Trauben. Die aktuelle »Riesling Reserve« ist mehr als das: Peters ureigene Interpretation des Pettenthals, wo das Holz den Wein wunderbar bereichert: Rauch, Feuerstein, zarter Zitruszug, karg, pur.“ Doch nicht nur der Riesling hat es dem Gault Millau angetan: „Ein neues Kapitel schlägt Peters mit seinem Blaufränkisch auf: Für die »Reserve« (die Genetik stammt von Weninger aus dem Mittelburgenland) wurde eine 34 Jahre alte Parzelle im Pettenthal umveredelt. Das Ergebnis fasziniert: Würze, Frische, dunkle Beerenfrucht, geschliffene Säure.“